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Aktuelles aus Fachbereich und ÖH

Markus Baldinger: „Sehr breite generalistische Ausbildung“

Nach seinem Studium startete Dr. Markus Baldinger, ein Mechatronik-Absolvent der ersten Stunde, seine Karriere bei Pöttinger Badlinger.jpgLandtechnik in Grieskirchen, wo er nun seit 17 Jahren in verschiedenen Funktionen – seit 2016 als Chief Technical Officer – tätig ist. – Ein weiterer Beleg dafür, dass Technik-AbsolventInnen heute nicht mehr in der zweiten Reihe im Unternehmen stecken bleiben, sondern in der Geschäftsführung mit angesiedelt sind.

Für das Mechatronik-Studium hatte Baldinger sich entschieden, weil ihn das interdisziplinäre Studium mit den Stoßrichtungen Mechanik, Elektronik und Informatik und einer sehr breiten generalistischen Ausbildung reizte. Nach dem Diplomstudium spezialisierte er sich für sein Doktorat in der Robotik, weil das für ihn „das Paradebeispiel für den mechatronischen Ansatz und eine Zukunftsdisziplin in vielen Wirtschaftsbranchen“ war.

Heutigen Mechatronik-Studierenden würde er empfehlen, sich „die breite Grundausbildung der Mechatronik als Basiswissen anzueignen und dann eine Spezialisierung in den eigenen Stärken einzuschlagen“. Besonders wichtig findet Baldinger, die Studienzeit für einen längeren Auslandsaufenthalt oder ein Auslandspraktikum zu nützen. „Das ist wohl – neben der fachlichen Kompetenz - einer des wesentlichen Assets für ein Studium. Dass ich das verabsäumt habe, bereue ich heute aufrichtig“, sagt er.

Besonders reizvoll fand er am Mechatronik-Studium die vielen unterschiedlichen Disziplinen, die Praktika und das verstehen Lernen der Technik. „Der Zeitaufwand war natürlich schon enorm, und manchmal war es gar nicht so einfach, auch noch etwas Freizeit zu bekommen.“

Bei Pöttinger stieg Baldinger als Manager Mechatronic Engineering ein, wurde nach einigen Jahren zum Assistenten des technischen Geschäftsführers, dann zum Head of Test Department, Head of Mechatronic Engineering und Vice President R&D, bevor er schließlich im August 2016 zum Geschäftsführer für den Bereich Forschung ernannt und Mitglied des Geschäftsführungsteams wurde.

Im Herbst vorigen Jahres wurde Baldinger auch für zwei Jahre zum Vorsitzenden des Technischen Lenkungsausschusses der CEMA gewählt– einem Forum hochrangiger ExpertInnen der europäischen Landmaschinenindustrie. „Aufgrund der rasanten Fortschritte in den Bereichen Präzisionslandwirtschaft und Landwirtschaft 4.0 ist die Innovationsgeschwindigkeit in unserer Industrie heute höher denn je“, sagt er. „Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, gemeinsam zu diskutieren und zu definieren, wie europäische Industriepolitik und technische Regulierungen dabei helfen können, die Innovationskraft und globale Führungsposition der europäischen Landtechnikindustrie zu unterstützen.“

Landwirtschaft 4.0 bedeutet die durchgängige interne und externe Vernetzung des landwirtschaftlichen Betriebes, d.h. zu allen Betriebszweigen und -prozessen liegen Informationen in digitaler Form vor. „Die Vernetzung erfolgt vertikal: Betrieb – Prozesse – Maschinen, und horizontal: Betrieb – Geschäftspartner – Umfeld“, sagt Baldinger. Neben der Digitalisierung sieht Baldinger als derzeit stärkste Trends in der Landwirtschaft die Nachhaltigkeit, Precision Farming, und die Vereinbarung einer globalen europäischen Industriepolitik zur Stärkung der Innovation und der globalen Führerschaft in Europa.

Ob er sich seine Karriere während des Studiums so vorgestellt hat? „Mit Ziel und Visionen sind viele Dinge während des Studiums und in einer unternehmerischen Laufbahn und Karriere möglich. Die Geschäftsführung in einem seit 145 Jahren bestehenden Familienunternehmen zu leiten ist eine sehr herausfordernde Aufgabe, aber sie erfüllt mich auch mit großem Stolz.“

 

Kontakt:

DI Dr. Baldinger Markus MBA, MSc

Pöttinger Landtechnik GmbH

Geschäftsführer

Industriegelände 1

Grieskirchen 4710 Österreich

07248/600-2401 oder 0664/80 380 2401

markus.baldinger@poettinger.at

DS Automotion erringt Turniersieg

(5.7.2017) Zwölf Mannschaften traten am 8. Juni bei bestem Fußballwetter im traditionellen Fußballturnier der Studienrichtung 2017-07-04 Kick 5.jpgMechatronik zum Wettkampf an. Studenten, Professoren, Institutsmitarbeiter, Absolventen und externe Mechatroniker kämpften am Kleinfeld um den Turniersieg.

Gespielt wurde in drei Gruppen mit jeweils sieben Minuten Spielzeit. In der Vorrunde setzten sich die Teams DS Automotion, Robotik Allstars, Team7 und ENGEL durch, beim Spiel um Platz 3 setzten sich die Robotik Allstars gegen ENGEL mit 1:0 durch.

Beim Finale zwischen Team7 und DS Automotion ging es nach der torlosen regulären Spielzeit ins Elfmeterschießen, das DS Automotion mit einem knappen 2:1-Sieg für sich entscheiden konnte.

Für die musikalische Umrahmung sorgten einmal mehr die Blechatroniker, für das leibliche Wohl die Studienrichtungsvertretung.2017-07-04 Kick 1.jpg

Großer Dank gebührt den Sponsoren: ENGEL, LCM, FerRobotics, DCS Computing, TGW, TRUMPF, RECENDT, STIWA und DS Automotion.

(Fotos: Bugno Pictures)

Mechatronik-Projekt am Linz Institute of Technology (LIT)

(19.6.2017) Das Linz Institute of Technology (LIT) wurde 2015 mit Mitteln des Ministeriums und des Landes OÖ an der JKU YOUNG, Lichtenegger.jpgeingerichtet, um Hochrisiko-Projekte fördern zu können und exzellente Forscherinnen und Forscher für die JKU zu gewinnen. Auch der wissenschaftliche Nachwuchs und interdisziplinäre Forschung soll damit gestärkt werden. Eines der Projekte, die in der ersten Ausschreibungsrunde 2016 genehmigt wurden, wird von Dr. Thomas Lichtenegger von der Abteilung für Particulate Flow Modelling geleitet und befasst sich mit komplexe Strömungen und wiederkehrenden Mustern.

Viele komplexe Strömungen zeigen wiederkehrendes Verhalten, etwa die Blasenbildung in den riesigen Reaktoren der chemischen Prozessindustrie, in denen Polymerpartikel durcheinander gewirbelt und durchmischt werden oder die turbulenten Wirbel in Flüssigstahl in sogenannten Stranggussanlagen.

Die Simulation solch großer, komplexer Systeme ist extrem zeitaufwendig, liefert aber wertvolle Informationen über deren Eigenschaften. Lichtenegger entwickelt im Rahmen seines LIT-Projekts Methoden, mit denen man effizienter und schneller Einsicht in diese Prozesse bekommen kann.

„Das kann man sich vorstellen wie bei einem Topf mit kochendem Wasser, in dem Luftbläschen aufsteigen. Man hat den Eindruck, dass sich das Muster der aufsteigenden Bläschen wiederholt“, sagt Lichtenegger. Und diese wiederkehrenden Muster in dynamischen Systemen versucht er zu finden und in der Folge aus deren Entwicklung zu lernen.

Mit derzeit gängigen Simulationen gelingt eine Darstellung großskaliger Strömungen nur für wenige Sekunden, Lichteneggers Ziel aber ist, eine Abbildung über längere Zeiträume zu ermöglichen.

„Die Echtzeitfähigkeit werden wir im LIT-Projekt wahrscheinlich noch nicht schaffen“, meint er, „aber wir werden zeigen, dass wir mit unserer Methode ein sehr mächtiges Tool entwickelt haben, das konventionelle Simulationen um einen Faktor 100 – 1000 beschleunigen kann.“

Neben industriellen Anwendungen sieht Lichtenegger prinzipiell auch Möglichkeiten in anderen Bereichen, wo es Strömungen mit wiederkehrendem Verhalten gibt. So ließen sich die entwickelten Methoden auf so diverse Gebiete wie die Blutströmung im menschlichen Herz, die atmosphärische Ausbreitung von Feinstaub oder das Sedimentationsverhalten von Flüssen anwenden.

Lichtenegger leitet seit 2014 in der Abteilung für Particulate Flow Modelling an der JKU die Forschungen zur mesoskaligen Lichtenegger Thomas.jpgModellierung granularer Strömungen.

Nach dem Studium der theoretischen Physik mit Fokus auf quantenmechanischen Vielteilchensystemen an der JKU verbrachte er ein Jahr als PostDoc an der University at Buffalo, New York, wo er sich weiter in die Thematik von Quantenflüssigkeiten vertiefte. „Auf der Suche nach neuen Herausforderungen wollte ich mich aber mit etwas beschäftigen, das ein breiteres Anwendungsspektrum aufweist.“, sagt Lichtenegger.

Das LIT-Projekt wird die Grundlage seiner Habilitation sein. Er schätzt den wissenschaftlichen Freiraum, den er damit bekommt, „denn normalerweise kooperieren wir eng mit industriellen Partnern und sind damit automatisch mit sehr vielschichtigen Fragestellungen konfrontiert. Aber in diesem Projekt kann ich mir die Grundlagen überlegen, und die Physik, die dahinter steht.“

Billard im Hochofen

(3.6.2017) Wie verhalten sich Gas und Kohlestaub in einem Hochofen? Welche Strömungen treten auf? - Gibt es Kollisionen zwischen 2017-06-05 Next Generation.jpgden Partikeln, gelten die gleichen physikalischen Gesetze wie etwa bei Stößen der Kugeln bei einem Billardspiel. Jedoch hat man es in einem industriellen Prozess nicht mit nur 16 Kugeln zu tun, sondern mit mehreren Billionen. Was Berechnungen zu den auftretenden Strömungen schwierig macht.

Priv.-Doz. Dr. Simon Schneiderbauer, Leiter des CD-Labors für Mehrskalenmodellierung mehrphasiger Prozesse und stellvertretender Leiter der Abteilung für Particulate Flow Modelling, zeigte am 11. Mai in seinem Vortrag „Billard im Hochofen. Eine Welt aus Partikeln“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Next Generation“, die in Kooperation mit dem AEC und den OÖN dieses Sommersemester durchgeführt wurde, wie er spezielle Theorien entwickelt, um Aussagen über das Verhalten der Partikel treffe2017-06-05 schneiderbauer.jpgn zu können. Denn auch die besten Supercomputer sind nicht in der Lage, das Verhalten dieser Menge an Partikeln in realistischer Zeit zu berechnen.

Nähere Informationen zur Veranstaltungsreihe und zum Vortrag von Dr.Schneiderbauer: www.jku.at/nextgeneration

Im Fokus von Premierminister Medvedev

(4.6.2017) Das Innovationszentrum Skolkovo Institute of Science and Technology nahe Moskau wurde von der russischen Regierung 2017-06-04 Skolkovo Medvedev_Adumitroaie.jpgnach Vorbild des Silicon Valley und in Kooperation mit dem MIT, USA, aufgebaut. Dr. Adi Adumitroaie vom Institut für Konstruktiven Leichtbau war kürzlich dort bei einer Konferenz im Rahmen eines von ihm koordinierten M-ERA.NET-Projekts, bei der der russische Kooperationspartner Anisoprint einen 3D-Drucker vorstellte, der auch das Interesse von Dmitirij Medvedev auf sich zog.

M-ERA.NET ist ein europäisches Netzwerk zur Koordination von nationalen und regionalen Forschungsprogrammen im Bereich „Materials research and innovation“. Ziel ist, transnationale Partnerschaften – auch mit Partnern außerhalb Europas - von Forschungseinrichtungen und Unternehmen in allen Wissens- und Anwendungsgebieten moderner Materialwissenschaft zu unterstützen.

Das M-ERA.NET-Projektkonsortium im Projekt von Adumitraoie besteht aus neun wissenschaftlichen Partnern und Unternehmen aus Österreich, Litauen und Russland. Die Projektleitung liegt bei Adumitroaie. Die Idee, ein M-ERA.NET-Projekt einzureichen, entstand, nachdem Anisoprint seine Drucker letztes Jahr bei einer großen Messe in Paris – JEC World – präsentiert hatte. “We met representatives of the Johannes Kepler University Linz there,” sagt Fjodor Antonov, Chef von Anisoprint. “One of their areas of activity is lightweight design, i.e. they design light and durable constructions, mainly from composites. The Austrians were interested in our technology and suggested that we take part in a grant application within the M-ERA.NET programm”.

Adumitroaie war von Skolkovo und auch der Entwicklung von Anisoprint sehr beeindruckt: „Actually, the idea itself originated a couple of years before, when MIT sent here Prof. Zafer Gurdal of University of South Carolina to establish one of the new research centers of SkolTech; Prof. Gurdal established not only the research center, but also a small and strong research team which is today's Anisoprint, our M-ERA.NET partners.“

Gurdal flog extra nah Moskau, um an der Konferenz des M-ERA.NET-Projekts teilnehmen zu können.

Photo: Sk.ru.

Weitere Informationen:

https://sk.ru/news/b/news/archive/2017/05/27/anisoprint-to-welcome-composite-3d-printing-world-to-skolkovo.aspx

http://www.3ders.org/articles/20170529-russian-3d-printing-company-anisoprint-showcases-continuous-fiber-3d-printer-in-moscow.html

https://3dprintingindustry.com/news/ansioprint-advances-3d-printing-composite-materials-strength-structural-parts-114532/

http://microfabricator.com/articles/view/id/592d84b03d2d2e6c578b4567/ansioprint-advances-3d-printing-with-composite-materials-for-strength-and-structural-parts